Impact Stories: Crafting Future

 

Designing out Waste: Dein Take-away-Lunch gibt’s jetzt auch ohne Abfall. 

Das Hafven Alumni Startup Crafting Future hat im vergangenen Monat gemeinsam mit dem Münchner Startup Recup die Rebowl gelauncht – eine verschließbare Schale, die Togo Lebensmittel verpackungsfrei transportiert und in einem bundesweiten Pfandsystem zirkuliert. Der Weg dahin war alles andere als einfach. Aber wer sich zur Aufgabe macht konventionelle Kunststoffe und Kunststoffverpackungen im großen Stil zu ersetzen, braucht zunächst eins: Durchhaltevermögen. 

Zuvor waren die Gründer Jan Patzer und Can Lewandowski mit ihrem Startup, welches damals unter dem Namen JoJo lief Teil des Hafven Accelerators und verfolgten ein ähnlich großes Ziel – Ein Servicesystem, um To-Go-Mahlzeiten in einer Pfandbox auszuliefern und somit Take-away Food kreislauffähig zu machen.

Seit Herbst 2019 kooperierten Crafting Future mit Recup, die bereits das Pendant zur Bowl – den Kaffee-Mug als Pfandbehälter erfolgreich in einem bundesweiten Partnernetzwerk von über 5.000 Ausgabestellen, an denen Nutzer*innen die Behälter auch wieder zurückgeben können, etabliert haben. Die Challenge für Crafting Future: Die Produkt-und Materialentwicklung einer Bowl, bestehend aus einem bio-basierten Kunststoff mit einer nachhaltigen End-of-Life Lösung. Ihr Eigenanspruch lag darin, keinen beliebigen Biokunststoff zu verwenden, sondern eine ganzheitlich nachhaltige Lösung zu schaffen, die hinsichtlich Performance, Rezyklierbarkeit und Wirtschaftlichkeit überzeugt.

“Wir wollen Kunststoffe neu denken. Eine Welt ohne Kunststoffe wird es nicht geben.”

Can Lewandowski

In Zusammenarbeit mit dem IFBB in Hannover (Institut für Biokunststoffe und Bio-Verbundstoffe) wurden unterschiedliche Rezyklate getestet. Eine enorme Schwierigkeit dabei lag darin, dass für diese Bio-Kunststoffe – im Gegensatz zur konventionellen Variante, keine Datensätze über Verarbeitungseigenschaften vorhanden waren und es bisher noch wenig Erfahrungswerte im Mehrwegbereich gibt. Es folgte eine anspruchsvolle Phase des Entwickelns und Verwerfens. “Am Ende mussten wir die Pille schlucken, der Zeitdruck war zu groß und die Ergebnisse nicht zufriedenstellend genug, sodass die ersten Bowls mit einem zwar recyclebaren und sicheren, aber synthetischen Kunststoff produziert wurden” sagt Can. Das Ziel für dieses Jahr ist jetzt, einen fließenden Materialwechsel zu schaffen, und in den kommenden zwei Jahren auf ein Volumen von über einer Million Bowls zu kommen. Aktuell werden monatlich 30.000 Schalen produziert.

“Der Hafven Accelerator hat uns geholfen alle Bausteine unseres Startups zu hinterfragen und immer wieder gechallenged aus unserer Komfortzone herauszugehen. Dadurch konnten wir optimal validieren, wo die Reise hingehen soll. Der Austausch mit den Mentor:innen, Partner:innen und anderen Teams war dabei unglaublich wichtig und war für uns eines der Erfolgsfaktoren des Programms.”

Jan Patzer und Can Lewandowski

Parallel dazu haben sich weitere Projekte in der Pipeline angesiedelt, darunter die Anfrage eines führenden Kosmetikherstellers. “Wir wollen Lösungen dafür entwickeln, wie Verpackungen von Kosmetikprodukten im 21. Jahrhundert funktionieren können. Wir gehen also große Schritte in Richtung nachhaltiger Lösungen.”, so Jan. Dieses Jahr haben sie bereits eine eigene Seifendose entwickelt. Das besondere daran: bestehend aus Bio PE auf Zuckerrohrbasis kann die Dose gemeinsam mit konventionellen Kunststoffen recycelt werden. 

Dazu ist das mittlerweile 12-Köpfige Team fortlaufend am wachsen. Can und Jan gehören zu den “Leaders for Climate Change”, und arbeiten aktuell an der Zertifizierung als B Corporate. Für das Startup ist Nachhaltigkeit keine Hürde, sondern ein Wettbewerbsvorteil und die stetig steigenden Zahlen für Impact-Investments geben ihnen Recht.

Wir freuen uns über ihren Erfolg und darauf, die Rebowl hoffentlich bald in unserem Cafve zu nutzen! 

Verfasst von Claudia Bumb

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Photo: © Recup

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